IHC Oensingen Roadrunners I — Rossemaison III

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Das Warten hat ein Ende!

363 Tage nach dem in La Roche dem Gegner beim stemmen des Pokals (auch Chübel genannt) zusehen musste, traf sich die Equipe um das Playoff-Coaching-Trio D.Elmer/Fluri/Zemp am Fusse der Bechburg. An diesem nass-kalten November-Tag wollte die Roadies endlich auf der Sonnenseite stehen und sich für all die Arbeit der letzten Jahre belohnen. Die Voraussetzungen waren dafür ausgezeichnet, F.Kanobel kehrte direkt vom Marronistand zurück in den zweiten Sturm um Gerber zu ersetzten und Junior von Rohr durfte zum ersten Mal mit der 1.Mannschaft auflaufen. Alle hatten ihren Job getan, eilig wurden Zelte und Catering organisiert um den, trotz widrigen Bedingungen, zahlreich erschienen Zuschauern einen würdigen Rahmen für dieses Finalspiel zu bieten. Verwandte, Freunde und Anhänger des Vereins fanden sich auf dem Hockeyplatz ein, um die Mannschaft ein weiters Mal grossartig zu unterstützen. Nun war es am Team selbst den letzten Schritt zu machen und endlich diesen einen, letzten, fehlenden Sieg einzufahren.

Alles leichter gesagt, als getan.

Der mit dem Anpfiff einsetzet Regen machte das Spielfeld nicht leicht zu bespielen und schon beim Einspielen zeigte sich eine gewisse Unruhe und Nervosität auf Seiten der Gastgeber. Nichtsdestotrotz war die Motivation spürbar und nach nur 26 Sekunden war es das Duo Utz/Kipfer, welches mit viel Zug aufs Tor bereits die Führung erzielen konnte. Die Roadies übernahmen sofort das Spieldiktat liessen aber die letzte Konsequenz und Konzentration vermissen. Auch die frühe Führung schien die zittrigen Hände der Solothurner nicht zu beruhigen und so liess man wieder einmal einige Torchancen liegen. Die Gäste ihrerseits verteidigten routiniert und warten geduldig auf ihre Chancen. Als sich Jorns in der 10.Minute zu einem Frustfoul hinreissen liess, schlugen die Jurassier eiskalt zu und erzielten den Ausgleich. Dieses Tor verfehlte seine Wirkung nicht, zwar war das Heimteam immer noch die bessere Mannschaft, doch das gewisse Etwas im Spiel der Hausherren fehlte merklich, wie ein V8-Motor, der nicht auf allen Zylindern läuft, waren auch die Roadies nicht im Stande ihre, durchaus vorhanden, PS auf den Asphalt zu bringen. Hinzu kam ein ausgezeichnet agierender Gäste-Keeper, welcher den Hausherren das Leben schwer machte und seine Farben im Spiel hielt. Beide Teams hielten sich bis zur Pause schadlos und so ging es mit einem Patt zum ersten Pausentee.

Undiszipliniertheiten und die Sache mit der Ketchup-Flasche

In der Pause versuchte der Coaching-Staff seine Mannen aufzurütteln, mehr Emotionen und Entschlossenheit wurden gefordert. Vorerst blieb das Spiel jedoch zerfahren und das Powerplay brachte vorerst keine Erlösung. In der 25.Minute folgte dann die letztlich spielentscheidende Szene, nach dem sein Stockstich zwischen die Beine eines Oensinger-Stürmers von den Schiedsrichtern noch übersehen wurde, liess sich ein Jurassier direkt vor den Augen der Offiziellen auch noch zu einem Kopfstoss verleiten. Das zweite Vergehen wurde ohne zu zögern und folgerichtig mit 5min + Matchstrafe sanktioniert. Da die Gäste, trotz glasklarer Sachlage, hefig auf die Schiedsrichter einredeten, kassierten sie zusätzlich auch noch eine kleine Strafe. Dies alles in einer Phase, in der schon ein Rossemaison-Spieler in der Kühlbox sass. Als das Spiel nach schier unendlichen Diskussionen endlich weiterging, schlugen die Roadies eiskalt zu. Drei Treffer in weniger als 90 Sekunden sorgten für eine komfortabel Führung und nun war auch beim letzten Akteur die anfängliche Unsicherheit verflogen oder wie ein Beteiligter, dessen Name mir gerade entfallen ist, zu sagen pflegt: „Mit Toren ist es wie mit einer Ketchup-Flasche, erst stockt es und kommt nur portionsweise, dann auf einmal läufts und es kommt alles auf einmal…“. Die Hockeymaschinerie der Roadies schipperte nun mit Volldampf in Richtung Titel, erzielten bis zur 33.Minute zwei weitere Treffer zum 6:1 Zwischenstand. Danach überstand man zwei Unterzahlsituationen und Torhüter Elmer verhinderte mit einer sehenswerten „Dreifach“-Parade ein weiteres Erfolgserlebnis für die Gäste. Mit Treffern von P.Kanobel und Straumann und einer 8:1 Führung ging es in die zweite Pause.

Schaulaufen zum Ende

Die Partie war zu diesem Zeitpunkt natürlich entschieden, was dem Coaching-Staff die Möglichkeit gab sämtlichen Spielern noch etwas Auslauf zu geben. So kam Junior von Rohr zu seinem Debut in der 1.Mannschaft und war dabei gleich äusserst erfolgreich. Die Jurassier hatten sich bereits aufgegeben und waren nur noch darum bemüht mit Provokationen und Unsportlichkeiten möglichst viele „Unsympathie“-Punkte zu sammeln. Die Roadies nutzen die Freiheiten zu drei schnellen Treffern zum 11:1. Da auch beim Heimteam die Konzentration deutlich nachliess, musste man den Gästen einen weiteren Treffer zugestehen ehe man endgültig zur Kür ansetzen konnte. Sechs weitere Treffer sorgten für einen Kantersieg, dabei war eines in Überzahl, ein Shorthander nach Ansage und gleich zwei Tore vom Debütanten von Rohr. Alles in allem war der letzte Abschnitt nichts anderes als der Auftakt zu einem grossartigen Fest und ein Warten auf jenen grossen Moment. Irgendwann nach 16.00 Uhr war es dann soweit, endlich durfte man den „Chübel“ in die Höhe stemmen. Nach dem offiziellen Teil folgte eine grosse, feuchtfröhliche Party mit Mannschaft und Fans.

364 Tage sind ins Land gezogen seit dem der Verfasser dieses Berichtes am exakt selben Ort sass, wie beim Verfassen dieser Zeilen, ähnlich übermüdet wie heute und versuchte, die tags zuvor erlittene Niederlage mit Worten zu verarbeiten. Enttäuschung, Leere, eine Art Ohnmacht, dies wohl drei treffendsten Begriffe um den Gefühlszustand an jenem, verregneten Abend zu umschreiben. Nun gut ein Jahr später könnte die Gefühlslage unterschiedlicher nicht mehr sein, Freude, Stolz und eine gehörige Portion Erleichterung sind es, welche den designierten Schreiberling heute antreiben die folgenden Worte an alle zu richten, welche sich wieder einmal durch seinen Matchbericht gelesen haben.  Nach einem Triumph, wie dem eben erlangten, ist es leicht zusammen zu stehen, jeder fühlt diese positive Energie, sämtliche Sorgen scheinen wie von Geisterhand verschwunden. Dieselbe positive Grundstimmung, den selben Zusammenhalt, die selbe Untersützung in schwierigen Momenten und in der Niederlage zu erfahren ist hingegen eine ganz andere Angelegenheit. Meine Geschreibsel nach dem La Roche Spiel vom letzten Jahr, beendete ich mit einem Bild (Siehe hier). Rückblickend betrachtet, markiert dieses Foto nicht das Ende einer enttäuschenden Saison 2018, sondern den Auftakt zum eben erst errungenen Titel 2019. Es mag einem kitischig vorkommen und könnte genau so gut aus einem Rosamunde Pilcher Film stammen aber diesen Titel mit den selben Leuten feiern zu können, welche auch im Moment der grössten Niederlage an unserer Seite standen, macht ihn um so schöner. So bleibt mir nichts anderes übrig als meinem Coach zu widersprechen, und mag es auch nur meine subjektive Meinung wiederspiegeln, aber dieses Mal spielten wir nicht nur für uns selbst, sondern für jeden und jede, welche uns auf diesem langen und steinigen Weg begleitet haben. Die Freude in den Gesichtern aller Beteiligten, das kollektive Gefühl der Freude werden die Wegbegleiter in der Vorbereitung zur nächsten Saison und hoffentlich jeden anspornen sein Bestes zu geben.

Nun kommt mir, wie schon vergangenes Jahr, die Ehre zu teil all jenen zu Danken, welche uns unterstützt und ihren Beitrag zum Erfolg geleistet haben. Danke an allen Coaches, den ganzen Vorstand, den Beizli-Chefs, allen Fans, allen Tischoffiziellen, Fotografen, Musikern, der Instandsetzungsequipe des Hockeyplatzes, den OKs diverser Anlässe, allen anderen Oensinger Vereinen und Institutionen, welche uns unterstützt haben, kurz um allen, welche auf irgendeine Art und Weise zum Vereinsleben und somit auch zu diesem Erfolg beigetragen haben! Merci vöu mou!!

Erneut war meine Absicht meine Zeilen mit einem passenden Bild abzuschliessen, nun leider war die Auswahl an tollen Bilder zu gross, weswegen ich mich dieses Mal für ein Zitat entschieden habe: „…irgendeinisch finds glück eim!“

 

 

Telegramm: IHC Oensingen Roadrunners I – SHC Rossemaison III 17:2 (1:1/7:0/9:1)

SR: Bieri / Abler

Tore: 00:26 Utz (Kipfer) 1:0; 10:44 Rohrer (Pape) (PP) 1:1; 25:57 Flückiger (PP) 2:1; 26:38 Altermatt (P.Kanobel) (PP) 3:1; 27:10 Müller (F.Kanobel) (PP) 4:1; 30:29 Müller (P.Kanobel) 5:1; 32:07 Kipfer (Utz) 6:1; 38:42 P.Kanobel 7:1; 39:49 Straumann (Oliva) 8:1; 42:37 Oliva (Niggli) 9:1; 42:53 Utz 10:1; 43:12 P.Kanobel (F.Kanobel) 11:1; 43:56 Seuret (Schaffter) 11:2; 47:52 F.Kanobel (Müller) 12:2; 50:23 Von Rohr (Müller) 13:2; 52:03 Kipfer (Utz) 14:2; 52:17 Von Rohr Gregor (Müller) 15:2; 54:10 P.Kanobel (Müller) (SH) 16:2; 56:34 Niggli (P.Kanobel) (PP)

Aufstellung Oensingen: P,Elmer (ab 50:00 Perren), Niggli, Jorns, Müller, Bongni, Schneider, Altermatt, Buchwalder, P.Kanobel, F.Kanobel, Utz, Kipfer, Oliva, Straumann, Flückiger, von Rohr

Bemerkungen: Oensingen ohne Fluri, Zemp, Zürcher (verletzt), Gerber (abwesend)

Details

Datum Zeit League Saison
2. November 2019 14:00 1. Liga Playoffs 2019

Austragungsort

Kreisschule Bechburg Oensingen

Ergebnisse

Mannschaft1. Drittel2. Drittel3. DrittelTSpielausgang
IHC Oensingen Roadrunners I17917Gewonnen
Rossemaison III1012Verloren

IHC Oensingen Roadrunners I

# Spieler Position G A Strafmin.
1Perren LorisGoalie000
5Straumann Reto-100
7Altermatt RamonStürmer100
13Flückiger RogerStürmer100
14Kipfer RemoStürmer212
18Bongni ManuelVerteidiger000
19Oliva DamianStürmer116
23Florian MüllerVerteidiger240
32Kanobel PatrickStürmer342
34Jorns LucaVerteidiger002
37Niggli KevinVerteidiger112
50Elmer PascalStürmer000
66Buchwalder BeatStürmer000
77Kanobel FabianStürmer110
89Schneider DavidVerteidiger000
91Utz LukasStürmer220
70von Rohr Gregor-200
 Gesamt 171414

Rossemaison III

Position G A Strafmin.
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