Forum BIWI

SHC Rossemaison II — IHC Oensingen Roadrunners I

Dem Qualisieger Paroli geboten

In den Playoffs Viertelfinals duellierte sich das Fanionteam mit der zweiten Garde von Rossemaison.

Gegen den amtierenden Meister und Qualifikationssieger lieferte man sich 3 Duelle auf Augenhöhe, musste sich aber schlussendlich der geschlagen geben. Eine Chronik der Ereignisse der letzten 14 Tage.

Akt I: Miserabler Start verhindert das Break

Gut 24h vor dem geplanten Start der Playoffs erreichte den vereinseigenen Corona-Verantwortlichen ein ominöses SMS in französischer Sprache. Der Inhalt genau so brisant wie dringlich, Corona-Fall beim Gegner, Spiel abgesagt, Playoff-Start abgesagt, weiters Vorgehen ungewiss. Zwei Tage später die Nachricht vom Verband, Start der Serie wird um eine Woche verschoben und man spielt dafür gleich Samstag und Sonntag, ein allfälliges drittes Spiel wurde auf den darauffolgenden Mittwoch angesetzt.

Eine Woche später als also ursprünglich geplant fanden sich dann 13 Oensinger Feldspieler, 2 Torhüter und ein dreiköpfiger Coaching-Staff im Forum Biwi zu Rossemaison ein.  Die Vorgaben von Coach Brun waren klar, voller Einsatz, 100% Disziplin und dem Gegner mit aufsässigem Spiel den Schneid abkaufen. Doch wie so oft bei Auswärtsspielen in einer Halle missriet der Start, zwar kam man als erstes Team zu Abschlüssen, nach nur 01:12min lag man aber bereits mit zwei Längen zurück. Ein schlechter Wechsel führte zum ersten Tor, beim zweiten Gegentreffer liessen sich Torhüter und Verteidigung vom Gegner überrumpeln. Die Gäste liessen sich aber überhaupt nicht aus dem Konzept bringen und kamen ihrerseits nach gut 4 Minuten zum ersten Tor. 90 Sekunden später antwortete Altmeister G.Koulmey mit einem direkt verwandelt Freistoss und stellte die Zwei-Tore Differenz wieder her. Das Spiel war nun eigentlich ausgeglichen und trotzdem sah man sich zur Pause einem 7:2 Rückstand konfrontiert. Das Heimteam brauchte für seine 7 Toren gefühlt nur 10 Torschüsse, währenddem die Gäste wie so oft einen grossen Aufwand betreiben mussten um zu ihren Toren zu kommen. Der Coaching Staff reagierte, Elmer ersetze den unglücklichen L.Perren i Tor. Panik kam allerdings nicht auf und man spürte die Überzeugung bei der Mannschaft mindestens ebenbürtig zu sein mit dem Gegner. Die Roadies zündeten sogleich ein Feuerwerk und bis zur 26. Minute kam man wieder bis auf zwei Tore heran. Das 8:5 in der 27. Minute sorgte dann jedoch nur für eine kurze Verschnaufpause auf Seiten der Gastgeber, zwei weitere Tore zur Spielmitte brachten die Solothurner definitiv zurück ins Spiel. Die Gäste waren nun sogar spielbestimmend und kamen zu einigen Möglichkeiten, die Jurassier ihrerseits waren mit schnellen Gegenstössen stehts brandgefährlich. Beide Torhüter liessen sich bis zur Sirene jedoch nicht mehr bezwingen und so ging es mit einem 8:7 in die Pause. Entsprechend gut war die Stimmung auf Seiten der Gäste und so startete man voller Zuversicht in den Schlussabschnitt. Zwar geriet man in der 43. Minute erneut mit zwei Toren in Rückstand, konnte nur 17 Sekunden später aber gleich wieder zurückschlagen. Die Raodies drückten nun vehement auf den Ausgleich, welcher 10min vor Schluss dann auch endlich fiel. In der Folge liess man einige gute Chancen auf die erstmalige Führung aus und als in der 53. Minute die erste Strafe für die Gäste ausgesprochen wurde, liessen sich die Hausherren nicht zweimal bitten und gingen erneut in Führung. Doch wiederum liess man sich nicht unterkriegen und erneut wurde man dafür belohnt, Utz tankte sich durch die ganze gegnerische Abwehr und erzielte den erneuten Ausgleich. Nun folgte ein regelrechtes Déjà-vu, zweite Strafe gegen Oensingen, zweites Powerplay Tor für die Gastgeber, 11:10 in der 59.Minute. Nun reichte die Zeit nicht mehr um erneut zurückzukommen und man musste sich äusserst knapp geschlagen geben.

Aufstellung Oensingen: L.Perren (ab 20.00 Elmer) Niggli, Oliva, Müller, Buchwalder, Gerber, Jorns, F.Kanobel, J.Perren, D.Schneider, L.Utz, P.Kanobel, Altermatt, von Rohr

Bemerkungen: Oensingen ohne Bongni (Ausland), K.Schneider (verletzt)

Akt II: Schmerzhafter Heimsieg

Keine 17h nach der Schlusssirene im Jura fiel der orange Ball bereits wieder beim ersten Bully in Oensingen. Die Gäste reisten mit verändertem und sichtlich schwächerem Kader an und mussten sich erst an die Platzverhältnisse gewöhnen. Den Roadies ihrerseits gelang ein Traumstart und nach nur 11 Sekunden lag man bereits in Führung. Die Gäste spielten körperbetont und die beiden Schiedsrichter liessen ziemlich viel durchgehen. Das aggressive Auftreten der Gäste bekam den Hausherren nur mässig, es entwickelte sich ein eher langsames, zusammenhangloses Spiel. Rossemaison war kaum in der Lage sich Chancen herauszuspielen, bei Ballverlusten schalteten sie jedoch blitzschnell um und kamen so immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen. Ab der 9. Minute musste das Heimteam dann ohne ihren Captain auskommen, Niggli verletze sich nach einer grenzwertigen, von den Schiedsrichtern ungeahndeten Aktion am Knie und konnte nicht mehr weiterspielen. Oensingen kontrollierte grösstenteils das Spiel und konnte in der 10. Minute endlich den zweiten Treffer erzielen. Bis zur Pause hielten sich beide Torhüter schadlos und konnten sich durch einige tolle Paraden auszeichnen. Marschrichtung für den Rest des Spiels war klar sich nicht provozieren lassen und den Gegner nicht durch Eigenfehler zu Chancen kommen lassen. Die Roadies agierten nun noch etwas druckvoller und konnten ihren Vorsprung bis zur 25. Minute verdoppeln. Anschliessend waren es nicht Tore, welche für Aufregung sorgten. Erst verletze sich Oliva bei einem Zweikampf so schwer am Knie, dass er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. In der 31.Minute war es dann eine Keilerei nach einem vorausgegangenen Foul des Jurassiers, welche die Emotion aufkochen liessen. Resultatmässig hatte dies keinen Einfluss aufs Spiel, die Roadies konnten in Überzahl nicht reüssieren und die Gäste kamen weiterhin nicht am Oensinger Schlussmann Elmer vorbei. Als P.Kanobel in der 38.Minute auf 5:0 erhöhen konnte, war das Spiel eigentlich entschieden, aufgrund der ausgefallenen Mitspieler war die Laune auf Seiten des Heimteams in der Pause allerdings alles andere als ausgelassen. Auch im letzten Abschnitt änderte sich nicht viel an der Dynamik des Spiels, die Gäste blieben ihrer teils harten Linie treu, was den beiden Schiedsrichtern immer noch egal zu sein schien, die Roadies taten ihrerseits ihr Bestes sich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Weiterhin kamen beide Teams zu Chancen, währenddem die Solothurner zu zwei weiteren Treffern kamen, fanden die Jurassier keinen Weg vorbei an Elmer und mussten sich schlussendlich mit 7:0 geschlagen geben. Letzter Aufreger der Partie war ein Aussetzer eines Gästespielers, welcher nur mit 5min + 2min bestraft wurde aber durchaus rotwürdig war.

Aufstellung Oensingen: Elme, Niggli, Oliva, Müller, Buchwalder, Jorns, F.Kanobel, J.Perren, D.Schneider, L.Utz, P.Kanobel, Altermatt, von Rohr

Bemerkungen: Oensingen ohne Bongni (Ausland), K.Schneider (verletzt), 9. Minute Niggli verletzt ausgeschieden, 28.Minute Oliva verletzt ausgeschieden

Akt III: Knapp daneben ist auch vorbei

Am Mittwochabend waren es dann noch 10 Feldspieler, welche in Rossemaison dem Favoriten ein Bein stellen wollten. Diesmal gelang keinem der beiden Teams ein solcher Start wie in den vergangen zwei Partien. Erneut war es aber das Heimteam, welches das erste Tor erzielen konnte, bei angezeigter Strafe erzielten die Jurassier nach einem Abpraller in der 4. Minute die Führung. Das Spiel war äusserst ausgeglichen und beide Teams hatten ihre Möglichkeiten. Zur Drittelsmitte gelang Rossemaison dann der zweite Treffer, Oensingen antwortete aber postwendend mit ihrem ersten Treffer der Partie. In der Folge liessen die Gäste eine Überzahlmöglichkeit ungenutzt und es war erneut das Heimteam, welches als nächstes erfolgreich war. Wiederum war es ein Rebound, welcher einem Jurassier direkt vor die Füsse viel, so dass er nur noch einschieben musste. Mit dem 3:1 ging es in die Pause und erneut musste man festhalten, dass man hier problemlos mithalten konnte. Auch der zweite Abschnitt gestaltete sich ausgeglichen, beide Torhüter bewahrten ihre Teams vorerst vor weiteren Gegentreffern. Ein Doppelschlag der Gastgeber sorgte dann kurz vor Spielmitte für vermeintlich klare Verhältnisse. Erst nutze Routinier G.Koulmey einen unglücklichen Wechsel auf Seiten der Gäste, danach kullerte eine Hereingabe via Solothurner Verteidiger noch unglücklicher ins Tor. Wiederum liessen sich die Roadies allerdings nicht unterkriegen und in der 32. Minute gelang Jorns in Überzahl das 5:2. Nun waren es die Gäste, welche einem weiteren Treffer näherstanden. Eine weitere Überzahlsituation blieb leider ungenutzt und danach fand der Ball ebenfalls nur den Weg an die Torumrandung. In der 39. Minute dann der nächste Aufreger, anstatt eines Stockschlages an den Hals eines Gästespieler inkl. anschiessendem Verhöhnen des Gegenspielers zu ahnden, schickten die beiden ultraschwachen Schiedsrichter einen Gästespieler auf die Strafbank. Statt mit einer längeren Überzahl, sah man sich jetzt also mit einer Unterzahl konfrontiert, zudem lief man nun Gefahr die Contenance zu verlieren. Glücklicherweise konnte man sich schadlos halten und die zweite Pause kam gerade recht um die erhitzen Gemüter zu beruhigen. Immer noch lag alles drin und man war auf Gästeseite weiterhin zuversichtlich hier noch etwas bewerkstelligen zu können. Auch ein frühes Gegentor im letzten Abschnitt liess die Roadies kalt und man erarbeitete sich weiter Chancen. Just als man das Gefühl hatte nun etwas Überhand gewinnen zu können, waren es erneut die Schiedsrichter, welche einschritten. In derselben Spielsequenz blieb erst ein Beinstellen eines Jurassiers (Side note: Just an jener Stelle auf dem Spielfeld vor genau dem selben Schiedsrichter, an der in Spiel 1 die zweite Strafe gegen Oensingen für die exakt gleiche Aktion ausgesprochen wurde…) ungeahndet, danach wurde ein versuchter Ellbogencheck gegen den Kopf eines Oensigers nicht bestraft, nur um dann nach einem Check eines Gästespielers eine extrem streng gepfiffene 5min-Strafe auszusprechen. Wiederum kochten die Emotionen hoch und erneut liessen sich die routinierten Jurassier nicht beirren. Mit zwei weiteren Powerplaytreffern zogen sie auf 9:2 davon. Die Roadies zeigten wiederum Moral und kamen mittels Doppelschlags in der 55./56. Minute noch einmal ins Spiel zurück. Gut drei Minuten vor Schluss kam es dann erneut zu einem Zweikampf in der Ecke, welcher vorher zur 5 Minuten-Strafe gegen Oensingen geführt hatte, diesmal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Erstaunlicherweise (oder doch nicht so erstaunlich?) gab es dieses Mal nur eine 2min-Strafe, was logischerweise für eine gewisse Empörung auf Seiten der Gäste führte. Anstatt einfach nur ihren Job zu erledigen heizte der Unparteiische die Stimmung sogar noch an in dem er zur Gästebank fuhr, nur um dort in äusserst aggressiver Manier zu diskutieren. „Respect the Refs“ oder so ähnlich lautete einst der Slogan in dem man für mehr Respekt für die Schiedsrichter warb, nun Respekt beruht halt auch auf Gegenseitigkeit. Item, im Jura nichts Neues könnte man auch sagen, beide Mannschaften trafen in der Folge noch je einmal und so musste man sich mit 9:5 geschlagen geben.

Diese Niederlage beendet die erste NLB-Saison der Roadies seit 7 Jahren. Eine Saison unter besonderen Umständen, mit welcher man aber durchaus zufrieden sein kann.

Aufstellung Oensingen: Elmer, Müller, Buchwalder, Gerber, Jorns, F.Kanobel, J.Perren, D.Schneider, L.Utz, P.Kanobel, Altermatt, von Rohr

Bemerkungen: Oensingen ohne Bongni (Ausland), K.Schneider,Oliva, Niggli (verletzt)

SHC Rossemaison II — IHC Oensingen Roadrunners I

Auswärtsniederlage zum Saisonstart

Das Team von Coach Brun reiste zum Saisonauftakt in den Kanton Jura zum amtierenden NLB-Meister SHC Rossemaison II. Unser Fanionteam zeigte nach 8 Jahren Abwesenheit in der NLB eine ansprechende Leistung beim Comeback auf nationaler Ebene. Zu viele individuelle Fehler und eine viel zu wenig effiziente Offensive bedeuteten nach 60min im Forum Biwi eine 9:4 Niederlage für die Roadies. Mund abwischen und weiter gehts bereits nächstes Wochende mit zwei Heimspielen. Zu Gast am Samstag ist der IHC La Tour und am Sonntag die Novaggio Twins aus dem Tessin.

Resultat: SHC Rossemaison II – IHC Oensingen Roadrunners I 9:4 (4:1/1:1/4:2)

Torschützen: 1x Müller 1x P. Kanobel 1x F. Kanobel 1x Jorns

Assists: 1x P. Kanobel 1x K. Schneider

Bemerkung: 47:00 Min 2x Matchstrafe SHC Rossemaison II 1x Matchstrafe IHC Oensingen Roadrunners

Mannschaftsaufstellung: L. Perren (GK), Bongni, Müller (A), Jorns, Buchwalder, K. Schneider, Niggli (C), P. Kanobel, F. Kanobel, D. Schneider, J. Perren, Altermatt, von Rohr

Abwesend: Oliva, Elmer (Ferien) Utz (Privat)

Coach: Brun

Assistant Coaches: Kipfer, Fluri

Rossemaison III — IHC Oensingen Roadrunners I

Mit Vollgas zum Break

Nach dem hart erkämpften Sieg und dem damit bereits feststehenden Aufstieg in die NLB folgte nun noch das Duell um den 1.Liga-Meistertitel. Gegner dabei war mit Rossemaison III der Qualisieger der Oensinger Gruppe. In der Qualifikation konnte beide Teams ihre Heimspiele relativ klar gewinnen. Bei wunderbaren Wetter machte man sich auf in den nahen Jura um das notwendige Break zum Titel zu realisieren, dabei konnte man beinahe aus dem vollen Schöpfen und mit mehr als drei kompletten Linien antreten.

Traumstart und Kaltschnäuzigkeit

Bei Auswärtsspielen in Hallen ist die Devise jeweils zu Beginn defensiv zu agieren und nicht gleich schon zu Beginn überfahren zu werden. Für einmal waren es jedoch die Roadies, welche gleich zu Beginn losstürmten. Nach nur zwei Minuten konnte man dadurch mit 2:0 in Führung gehen, zweimal war viel Zug aufs Tor das Erfolgsrezept. In der Folge übernahm dann wie erwartet Rossemaison das Spieldiktat und zog ihr auf viel Ballbesitz ausgelegtes Spiel auf. Nach gut 5 Minuten führte eine Druckphase der Hausherren zum Anschlusstreffer. Weiterhin waren es die Jurassier, welche mehr Spielanteile hatten, die Roadies ihrerseits suchten ihr Glück immer wieder mit schnellen Vorstössen. In der 13. Minute war es dann ein solcher, welcher das 3:1 brachte, P.Kanobel traf wieder einmal in Unterzahl. Nur gute eine Minute später der erneute Anschluss, die Jurassier waren per Weitschuss erfolgreich. Anstatt den Aufschwung dieses Tors zu nutzen, leisteten sich die Hausherren gleich mehrere Strafen, was zu einer doppelten Überzahl für die Gäste führte. Die Roadies zeigten sich dabei äusserst kaltschnäuzig und konnten zwei weitere Treffer erzielen, so ging es mit einem 5:2 in die erste Pause.

Torfestival im Mitteldrittel

Auch der zweite Abschnitt startete mit einem schnellen Tor der Gäste, erneut traf Utz für seine Farben. Die Roadies agierten nun fehlerhaft und verloren zunehmends die Orientierung in der eigenen Zone. Dank einem erneut stark aufgelegten Elmer im Tor der Gäste und zwei Geschenken des jurassischen Keepers konnte der Schaden in Grenzen gehalten werden, beide Teams trafen zweimal, 8:4 nach 27 Minuten. Das Resultat stimmte, das Gezeigte auf dem Platz allerdings nicht wirklich und so sah sich der Trainerstaff gezwungen ein Timeout zu nehmen. Die Trainer schienen die richtigen Worte gefunden zu haben mit je einem Doppelschlag in der 30. und der 35. Minute zog man auf 12:4 davon und nahm dem Heimteam auch sichtlich den Mut und die Lust. Als man dann auch noch den fünften Treffer der Hausherren postwendend mit dem 13:5 beantworten konnte, schienen die Jurassier endgültig am Ende zu sein. Bis zum Drittelsende kam dementsprechend ausser Provokationen auch nicht mehr viel vom Qualifikationssieger.

Pflichtprogramm im Schlussabschnitt

Auch wenn das Resultat deutlich aussah war man sich beim Pausentee bewusst, dass ein Nachlassen auf dieser schnellen Unterlage sofort bestraft werden würde. So war die Devise klar, das Spiel möglichst kontrollieren und sich auf keine Provokationen einzulassen. Erneut konnte man einen Treffer der Hausherren postwendend beantworten, um dann allerdings gleich wieder ein Gegentor hinnehmen zu müsse, 14:7 nach 43 Minuten. In der 47. und der 54. Minute waren es dann erneut zwei Überzahltreffer, welche das Spiel endgültig entschieden, kurz darauf folgte gar noch ein weiterer Treffer bei Gleichstand. Die Hausherren verloren nun die Nerven und den Anstand, ein Jurassier ging ohne ersichtlichen Grund auf Utz los und deckte diesen mit Faustschlägen ein. Die beiden, heute souverän, agierenden Schiedsrichter schickten den Übeltäter folgerichtig und ohne gross zu Zögern unter die Dusche. Bis zur Schlusssierene trafen beide Teams je noch einmal und so stand zum Schluss ein deutliches 18:8 für die Gäste auf der Anzeigetafel. Ohne zu brillieren kam man zu einem, wohl etwas zu deutlichen Ausswärtssieg und konnte damit das Break gleich im ersten Spiel realisieren. Wegweisend waren dabei die Effizienz im Powerplay, die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss und nicht zuletzt Vorteile auf der Torhüterposition. Dank diesem Sieg haben die Roadies nun die Möglichkeit, sich nächsten Samstag vor eigenem Anhang mit dem Titel zu krönen.

Zum Telegramm

Rossemaison III — IHC Oensingen Roadrunners I

Lehrstunde in Rossmaison

Als Leader und mit 4 Siegen in Folge reiste man in den nahen Jura um in der tollen Hockeyhalle in Rossemaison einen weiteren grossen Schritt in Richtung Playoffqualifikation zu machen. Die Jurassier ihrerseits mussten das Spiel unbedingt gewinnen, wollten sie ihrerseits weiterhin im Rennen um die begehrten Playoffplätze mitmischen.  Dementsprechend gut besetzt war das Kader der Heimmannschaft, währenddem die Gäste wieder einmal mit einem arg dezimierten Team antreten mussten. Die Devise bei Auswärtsspielen gegen Hallenmannschaften ist eigentlich seit Jahren immer dieselbe, möglichst keine Fehler machen, den anfänglichen Ansturm überstehen und sich selbst mit dem schnellen Belag vertraut machen. Was für den Laien ziemlich simpel klingen mag ist in der Realität leider doch eher schwierig umzusetzen.

Der Start ins Spiel verlief dann so wie erwartet, währenddem die Roadies sich mit den Tücken des Spielfelds herumplagten drückten die Gäste gleich von Beginn weg heftig aufs Gaspedal. So entwickelte sich in den Startminuten ein extrem hektischen aber meist unkontrolliertes Spiel mit vielen Ballverlusten aber auch ein paar Abschlüssen auf beiden Seiten. Spielerisch waren es für einmal nicht die Roadies, welche die feinere Klinge führten, dafür zeigte man sich für einmal effizient und konnte per Konter nach gut vier Minuten in Führung gehen. Als in der 7. Minute ein Jurassier in die Kühlbox musste, bot sich den Solothurnern gar die Chance ihre Führung auszubauen, doch es kam ganz anders. Durch eine extrem agressive Box konnten die Hausherren den Ball erobern und trafen ebenfalls per Konter zum Ausgleich. Das Spiel war nun deutlich strukturierter und es war primär Rossemaison, welches sich immer wieder nach vorne kombinieren konnte, den Roadies blieben nur vereinzelte Konterchancen. Die meisten Abschlüsse auf Gästeseite landeten jedoch im Fangnetz hinter dem Tor oder im Bauch des jurassischen Torhüters. In der 17. Minute waren es dann die Gastgeber, welche den Ball  ins richtige Netz befördern konnten. Für die Roadies kam es sogar noch schlimmer, zwei Fehler in der Schlussminute nutzen die Platzherren zu einem Doppelschlag und der 4:1 Pausenführung. Ein ziemlich brutales Resultat nach einem ganz passabeln Drittel, in dem der Gegner zwar besser aber nicht derart klar überlegen war. Leider ging es im Mittelabschnitt im selben Ton weiter, die Roadies verloren zeitweise völlig die Ordnung und die Ruhe, was die Jurassier gekonnt ausnutzen und zum Teil herrlich heraus kombinierte Tore erzielten. Nach 40 Minuten stand ein vernichtendes 9:2 auf der Anzeigetafel und das Spiel war natürlich gelaufen. Beim Pausentee war es Coach Brun, welcher mit passenden Worten die aktuelle Situation beschrieb und seine Mannen dazu aufrief im letzten Drittel noch einmal alles zugeben und im Hinblick auf allfällige Playoffs die Gelegenheit voll zu nutzen auf solch einem guten Belag spielen zu können.  Das letzte Drittel war dann auch das beste der Gäste in dieser Partie und konnte gar mit 5:3 gewonnen werden. Nichtsdestotrotz lag ein Punktgewinn an diesem Abend in weiter Ferne und den Roadies wurden ihre Spielerischen Limiten aufgezeigt. Fazit von dieser Partie: “ 80% länge eifach nid…“

Nun stehen für die Roadies zum Abschluss des Grunddurchgangs noch die beiden Auswärtsspiele in Paradiso und Oberbipp an. Nach wie vor ist die Tabelle ziemlich offen und es kommen immerhin noch 6 Teams für 4 Playoffplätze in Frage.

SHC Rossemaison III – IHC Oensingen Roadrunners I 12:7 (4:1/5:1/3:5)

SR: Voisard / Gurba

Strafen: je 7x 2min

Tore: 03:51 P.Kanobel (Müller) 0:1; 06:35 Neukomm (SH) 1:1; 16:54 Chetelat (Jaquemai) 2:1; 19:21 Chetelat (Studer) 3:1; 19:45 Schmassmann (D.Seuret) 4:1; 20:49 Gagnebin (Chetelat) 5:1; 27:00 Neukomm (Chetelat) 6:1; 27:56 Neukomm (Chetelat) 7:1; 30:34 Neukomm (Chetelat) 8:1; 35:33 Neukomm (Chetelat) 9:1; 36:24 Kipfer (Müller) 9:2; 41:24 Christe (Neukomm) 10:2; 42:35 Kopp (Müller) 10:3; 44:01 Kipfer (Utz) 10:4; 47:28 Schaffter (Chetelat) 11:4; 53:21 P.Kanobel (SH) 11:5; 53:48 P.Kanobel (Jorns) 11:6; 58:02 Schaffter (Chetelat) 12:6; 58:29 Kopp (P.Kanobel) 12:7

Aufstellung Oensingen: Perren (ab 28:35 Elmer), Jorns, Buchwalder, Müller, Dummermuth, Kipfer, Kopp, Utz, P.Kanobel, Flückiger

Bemerkungen: Oensingen ohne Zemp, F.Kanobel, Oliva, Altermatt (verletzt), Zürcher (krank) ,Bongni (Militär), Schneider (abwesend), Fluri (rekonvaleszent)